Chronik

Die Geschichte der Feuerwehr Abteilung Altstadt

Sie wollen mehr über die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg Altstadt erfahren? Stöbern Sie durch unsere Chronik und entdecken Sie die traditionsreichen Wurzeln unserer Organisation.

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Das Feuerpikett

Löscharbeiten wurden von ortsansässigen Handwerkern mit von der Gemeinde beschaffter Ausrüstung durchgeführt. Eine organisierte Feuerwehr gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht. 1819 wird ein para-militärischer Verband, das so genannte „Feuerpikett“, gegründet, dem alle Männer bis 50 Jahre beitreten mussten. Dieses Pikett diente allerdings voranging der Aufrechterhaltung der Ordnung und nicht der Brandbekämpfung. Es war deshalb bewaffnet und uniformiert. Da es sich um einen Pflichtdienst handelte und Uniformen zudem auf eigene Kosten beschafft werden mussten, galt der Dienst als sehr unbeliebt.

1819

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Die Turner-Feuerwehr gründet sich

Die eigentliche Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Heidelberg beginnt 1846 mit der Aufstellung einer trainierten „Turner-Feuerwehr“ auf Basis der Turn-Bewegung, die sich freiwillig der Brandbekämpfung verschreiben. Angeregt durch den Erfolg des 1846 gegründeten „Pompier-Corps Durlach“, der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland, gründeten die Turner in Heidelberg einen Feuerwehrverband, der vor allem durch Ausbildung und regelmäßigen Übungen die Brandbekämpfung professionalisieren sollte. Diese Einheit wurde erstmals auch mit Helmen und Beilen einheitlich ausgerüstet. Hinzu kam die von Carl Metz entwickelten Löschpumpen.

1846

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Auflösung der Turner-Feuerwehr

Im Zuge der Revolution von 1848 wurde die Einheit der Turner-Feuerwehr aufgelöst. Viele der Mitglieder standen den revolutionären Idealen nahe , was von der badischen Regierung nicht mehr geduldet wurde.

1948

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Dass eine professionelle Feuerwehr auf freiwilliger Basis benötigt wurde war in der Gemeindeverwaltung unumstritten. Somit wurde, nach einigen Jahren Planung, am 6. März 1857 die Feuerlöschordnung und die Satzung der Feuerwehr Heidelberg genehmigt und eine etwa einhundert Mann starke Wehr unter dem Kommando von Karl Abel und Paul Müller aufgestellt.

1857

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In den folgenden Jahren und Jahrzehnten bewährte sich die Freiwillige Feuerwehr, zum Beispiel bei einem Brand in der Dreikönigsstraße am 10. Dezember 1859, und erhielt eine allgemein hohe Anerkennung in der Heidelberger Bevölkerung. Ausrüstung und Technik wurden immer wieder auf den damalig aktuellen Stand gebracht. Zum 50-jährigen Jubiläum umfasste die Wehr 128 Freiwillige in fünf Kompanien und zehn hauptamtliche Bedienstete auf der ständigen Feuerwache in der Unteren Neckarstraße 90.

1859

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Die bis dahin größte Bewährungsprobe der Freiwilligen Feuerwehr war der Rathausbrand vom 1. und 2. März 1908, bei dem sogar die Heiliggeistkirche zeitweilig in akute Brandgefahr geriet.

1908

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Erste Motorspritze wird in den Dienst gestellt

In diesen Jahrzehnten wurden ein öffentliches Brandmeldesystem und ein Hydranten-Netz aufgebaut. 1912 wurde die erste Motorspritze eingeführt, sodass die Feuerwehr immer effektiver agieren konnte.

1912

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Der Erste Weltkrieg brachte einen Einschnitt in die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg. Da viele Männer zum Dienst an die Front mussten, sank die Anzahl der verfügbaren Feuerwehrleute drastisch. Die geringe Anzahl von Freiwilligen, die schlechte Versorgungslage in Folge des Krieges und der Revolution 1918 schafften neue Prioritäten. Daher musste die Stadt die Anzahl der hauptamtlichen Kräfte in den 1920er Jahren erhöhen. Diese besetzten nun die Feuer- und Sanitätswache und können als die Vorgänger der heutigen Berufsfeuerwehr angesehen werden. Zudem wurde diese Feuerwehreinheit durchgehend motorisiert.

1914

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In den Jahren zwischen den Weltkriegen wurden einige Vororte von Heidelberg eingemeindet, sodass die Feuerwehr zu ihrem 75-jährigen Jubiläum auf 576 Mann in acht Kompanien anwuchs. Die Freiwillige Feuerwehr Altstadt war nunmehr eine von vielen Mannschaften in Heidelberg.

1932

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Ab 1933 beginnt das wohl dunkelste Kapitel der Feuerwehren in Deutschland und damit auch der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnt auch die Gleichschaltung der Feuerwehren, die mit der Einführung des Führerprinzips und der Ausgrenzung jüdischer Kameraden beginnt.

1933

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Die Freiwillige Feuerwehr Heidelberg wurde per Erlass aufgelöst und in eine Feuerschutzpolizei überführt. Der Erlass basierte auf dem in Preußen im Jahre 1934 in Kraft getretene Feuerlöschgesetz, welches ab 1938 Geltung fand. Damit begann die Militarisierung der Feuerwehr, die fortan Polizeiuniformen und Dienstgrade trug und deren Fahrzeuge grün lackiert wurden. Auch kriegsvorbereitende Maßnahmen wie Luftschutzübungen nahmen eine zunehmende Bedeutung ein.

1936

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Die dunkelste Stunde der Feuerwehren allgemein und auch in Heidelberg, ist die Reichsprogromnacht am 9. November 1938. Überall in Deutschland zündeten SA-Leute und von der NSDAP instruierte Mobs Synagogen und andere jüdische Einrichtungen an. Die Feuerwehren, nun vollständig im nationalsozialistischen Geiste gleichgeschaltet, erhielten die Weisung nicht zu löschen. Vielmehr galt es ihnen sicherzustellen, dass die Flammen nicht auf umstehende Gebäude übergreifen. Die große Mehrheit der Feuerwehrleute hielt sich an diese Weisung. Wer der Weisung keine Folge leistete, bezahlte dies mit seinem eigenen Leben.

1938

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Der Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte auch einen starken Einfluss auf die Feuerschutzpolizei in Heidelberg. Zum einen wurden viele junge Männer in den Kriegsdienst eingezogen, zum anderen mussten die übrigen Kräfte die Belastungen des Bombenkrieges tragen. Obwohl Heidelberg größtenteils verschont blieb, mussten die Feuerwehrleute öfter in die betroffene Umgebung, zum Beispiel nach Mannheim, zur Unterstützung ausrücken. Mit dem Ende des Krieges 1945 endet auch die Zeit der Feuerschutzpolizei.

1939

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Nach dem Ende des Krieges musste die Freiwillige Feuerwehr neu aufgebaut werden. Diese Aufgabe war schwer, denn viele Männer waren im Krieg gefallen oder hatten im Angesicht der Niederlage, Zerstörung und möglicherweise auch aufgrund ihrer politischen Belastung keine Lust sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Mit der Genehmigung der US-Besatzung wurde dennoch eine neue Löschmannschaft unter Führung von Alfred Roth aufgestellt und in die neu geschaffene Freiwillige Feuerwehr Heidelberg integriert. Der neue Löschzug Altstadt war dann auch, wie andere Teile der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Bekämpfung von Großbränden und Hochwasser im Einsatz.

1945

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Die Stadt Heidelberg wurde durch Besatzungsstatute dazu verpflichtet eine Berufsfeuerwehr einzurichten. Somit änderte sich auch das Einsatzbild der Freiwilligen Feuerwehr. Der Löschzug Altstadt wurde hauptsächlich zu Großschadensereignissen gerufen. Eine neue Schwerpunktaufgabe wurde die so genannten „Brandsicherheitswachen“ zur Brandvorbeugung im Theater, der Stadthalle oder bei großen Events in der Innenstadt. Der Löschzug spielte dennoch eine wichtige Rolle bei den Großbränden, zum Beispiel im Marstall, und den regelmäßigen Hochwässern, von denen die Altstadt besonders betroffen war.

1946

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Im Jahre 1957 feierte die Freiwillige Feuerwehr Heidelberg, deren Kern die heutige Abteilung Altstadt bildet, ihr 100-jähriges Bestehen.

1957

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Umzug ins neue Gerätehaus

Die Abteilung Altstadt zog in das heutige Gerätehaus in der Untern Neckarstraße 70 ein. In diesen Jahrzehnten ändert sich auch die Arbeit der Feuerwehren. Neue Ausstattungen machen schnellere Alarmierung möglich, so zum Beispiel die Einführung von Funkmeldeempfängern. Neues Aufgabengebiet wird immer häufiger die Technische Hilfeleistung, welche neue Ausbildungsmethoden erfordert. Erste Hilfe und Atemschutzausbildung werden ebenfalls wichtige Bestandteile der Schulung.

1970

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125-jähriges Jubiläum

Das 125-jährige Bestehen wird gefeiert. Zu diesem Jubiläum trug der damalige Abteilungskommandant Erwin Schneckenberger erstmalig eine Chronik zusammen, auf welche auch diese Chronik zurückgreift.

1982

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Auflösung der Abteilung Weststadt

Aufgrund eines starken Mitgliedermangels löst sich die Abteilung Weststadt auf. Das Löschgebiet wird neben Bergheim nun der Abteilung Altstadt zugeordnet.

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Moderne Aus- und Weiterbildungen

In den letzten Jahren hat sich das Bild der Abteilung Altstadt wieder stark gewandelt. Die Professionalisierung der Freiwilligen Feuerwehr, die sich vor allem in Aus- und Weiterbildung zeigt, schreitet voran. Die 80-stündige Grundausbildung, Atemschutz- und Sprechfunkerausbildungen bis hin zu Sanitäts- sowie Gabelstaplerschulungen sind nun ein fester Bestandteil. Die Abteilung Altstadt hat daher durch diese Bandbreite an Fähigkeiten die Möglichkeit in verschiedensten Einsatzszenarien, meist in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Berufsfeuerwehr, professionell Hilfe zu leisten.

1987

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Seit dem Jahr 2000 leisten auch Frauen Dienst in der Abteilung Altstadt, die sich damit auch gesellschaftlich modernisiert. Neben getrennten Räumlichkeiten zum Umziehen gibt es nun auch passende Einsatzkleidung für Frauen.

2000

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Einweihung der neuen Damenumkleide

Um zukünftigen Feuerwehrfrauen die Integration in die Abteilung zu erleichtern, erhielt das Gerätehaus 2010 eine separate Umkleide mit Dusche. Von der Anfängerin bis zur ausgebildeten Atemschutzgeräteträgerin sind Frauen nun im gesamten Spektrum der feuerwehrtechnischen Tätigkeit vertreten.

2010

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Von der Jugendfeuerwehr bis zur Altersmannschaft

Die Abteilung Altstadt präsentiert sich heute als moderne Freiwillige Feuerwehr mit einem engagierten und buntgemischten Team aller Altersgruppen und Berufen.

2018